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Was ist ein Agiler Berater?

Beziehungsweise … was ist überhaupt „agil“? Warum sollte ein Unternehmen agil sein wollen?

Nun, agil zu sein bedeutet, schnell und ohne Reibungsverluste auf neue Herausforderungen reagieren zu können. Es bedeutet, effizient und effektiv immer wieder das Richtige zu liefern und dabei kontinuierlich besser zu werden. Und das nicht nur für kurze Zeit, sondern dauerhaft, und mit selbstbewussten und intrinsisch motivierten Mitarbeitern.

Das Entscheidende an dieser Beschreibung ist, was nicht darinsteht: Irgendwelche „Frameworks“ („Vorgehensmodelle“, „Herangehensweisen“) wie Scrum, Kanban, SAFe, LeSS usw., werden mit keinem Wort erwähnt.

Denn agil sein heißt, Fähigkeiten zu besitzen. Nämlich eben die Fähigkeiten, mit denen man gegenwärtige und zukünftige Herausforderungen optimal meistert und dabei kontinuierlich wächst. Wer das kann, ist agil. Punkt. Und das ist etwas anderes, als Scrum (Kanban, SAFe, LeSS usw.) „zu machen“.

Das ist wichtig, denn oft ist die Erwartungshaltung (und das, was vermeintliche Agile Beratung anbietet), dass irgendeine Patentlösung implementiert wird. Dabei sind die Szenarien, auf die die bekannten Modelle tatsächlich passen, ausgesprochen beschränkt. Und die Anforderungen, die sie an Organisationen und ihre Mitarbeiter stellen, ausgesprochen hoch. Auch, wenn viele es nicht gerne hören: Es gibt keine agilen Patentrezepte, die einfach so immer und überall funktionieren.

Schlimmer noch: Das Überstülpen einer vermeintlichen Patentlösung über eine bestehende Organisation erzeugt eine Menge Frust. Und dieser verstärkt sich noch, wenn die Ursache von Problemen immer nur in der „unvollständigen Implementierung“ der vermeintlichen Patentlösung gesucht wird (oder gerne auch im „Mindset“ der Mitarbeiter). Agilität funktioniert nicht, wenn man darunter versteht, Mitarbeiter und Strukturen einer bestehenden Organisation in eine vermeintlich agile Schablone zu pressen.

Und an dieser Stelle kommt der Agile Berater ins Spiel: Denn ein echter Agiler Berater ist niemals nur ein One-Trick-Pony, das in genau einem Framework zuhause ist und nur das verkaufen kann. Sein Interesse ist immer der objektiv messbare und oft sehr individuelle Erfolg des Unternehmens, das er berät.

Ein Agiler Berater arbeitet immer über Hierarchie-Ebenen hinweg mit allen Beteiligten zusammen. Gemeinsam wird die Situation analysiert, werden echte Probleme identifiziert und werden praktische und umsetzbare Antworten für nachhaltige, dynamische Verbesserungen erarbeitet, umgesetzt und anhand sinnvoller Metriken gesteuert und kontrolliert.

Das Ergebnis ist kein Produkt und kein Zustand, sondern immer dynamisch: Eine Organisation, mit neuen, besseren Fähigkeiten, die sich selbst versteht und sich selbständig weiterentwickelt.

Volker Meurer, agiler Berater